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Was bedeutet          Druckversion

Was bedeutet "mit Verlaub"?

Gestellt von: Detlef H. aus Duisburg



Antwort

von:
  verschiedene, 10.04.2008 um 15:36:03 Uhr » antworten
 
Dennis Loetz, Berlin schreibt: Entschuldigung (ich will Ihnen ja nicht zu nahe treten), aber ...

Wer eine Äußerung "mit Verlaub" beginnt, sucht damit gleichzeitig um die Erlaubnis nach... und zeigt an, dass er diese für bereits gegeben hält.

Die Formel stammt so wohl aus dem 16. Jahrhundert, im altertümlich-rituellen Deutsch der Schächte und Zünfte findet man sie (selten) heute noch: Derjenige von zweien oder mehreren, der anfängt zu reden, tut dies "mit Gunst und Verlaub". Dies sagt, dass die folgende Äußerung jemanden nicht kränken, verletzen oder gar Streit provozieren soll; unabhängig davon, wie sie sich für andere anhören mag.

Die ursprüngliche Wortbedeutung besagt, dass man sein Gegenüber mit dieser Formulierung um Erlaubnis bittet, etwas für ihn Unangenehmes trotzdem aussprechen zu dürfen.

„Verlauben“ – vom mittelniederdeutschen „vorlōve“ = „Erlaubnis“ bzw. „verlöven“ = „erlauben“ – ist eine schon zu grimmschen Zeiten ungebräuchliche Nebenform („ist in der bedeutung ‚erlauben‘ nur selten“) unseres heutigen „erlauben“.


Von Christian Bänninger aus Zürich: Nach "Friedrich Kluge, Etymologisches Wörterbuch der Deutschen Sprache": Seit dem 16. Jh. ausschliesslich in der Formel "Mit Verlaub" nachweisbar; stammt vom Verb verlauben (verlouben), das alsbald durch erlauben ersetzt wurde.


Von: Pokolo Gelsenkirchen: Verlaub ist eine kurzform von "Vorher erlaubt". Wenn man etwas mit Verlaub sagt, fragt man beim Aussprechen gleichzeitig um Erlaubnis!

Das hat den Vorteil, dass man das, was man sagen will, sagen kann und der Angesprochene sich nicht dagegen wehren kann!

Das bekannteste Beispiel ist wohl Joschka Fischer, der dem damaligen Bundestagspräsidenten, der ihn aus dem Bundestag für diese Debatte wegen ständigen Störens ausgeschlossen hat, mit dem Satz "Mit verlaub, Sie sind ein Arschloch" zwar sehr stark angegriffen aber nicht beleidigt hat.

Man kann da nur antworten, dass man dem anderen das nicht erlaubt. (Wer lässt sich schon gerne Arschloch nennen?) Aber was bringt das, wenn die Worte dann raus sind?


Von: Michael Schäfer aus Alsbach-Hähnlein: "Mit Verlaub" ist eine Redewendung, mit der man zum Ausdruck bringen möchte, dass man ein stillschweigendes Einverständnis mit einer (möglicherweise) für den Adressaten despektierlichen Äußerung unterstellt. Man leitet damit also eine Aussage ein, für die man so etwas wie eine vorweggenommene Verzeihung durch den Adressaten unterstellt. Sinngemäß: "Ich gehe davon aus, dass Sie mir verzeihen, wenn ich Sie jetzt beleidige/angreife und behaupte, Sie sind ein Dummkopf!" heißt danach: "Mit Verlaub, Sie sind ein Dummkopf!"


Von Ocke Braren/ Marburg - Amrum: Mit Respekt, mit Achtung der Ehre einer Person. Oft bezugnehmend auf Gesagtes, um höflich und entschuldigend einzuwenden, ein Gegenargument aufzuführen.

Zum Beispiel: "Mit Verlaub, Frau Bundeskanzlerin, das was sie sagen halte ich für unangemessen... "

Es geht natürlich auch so: "Mit Verlaub, Sie sind ein Schwachkopf... " Das hat dann nichts mehr mit Höflichkeit zu tun!

von:
  Carmen Barringer, 02.05.2006 um 08:19:09 Uhr » antworten
 
Herzlichen Dank, meine Anfrage hatte ich zwar schon vergessen, doch ist mir die Erklärung auch im Nachhinein sehr willkommen. Mit besten Grüßen CB

von:
  J. Pfüller Hasbergen, 26.12.2006 um 11:31:50 Uhr » antworten
 
Vielen dank für die verständliche erklärung, welche in zeitungen benutzt, aber in keinem wörterbuch erklärt wird.

von:
  Hane-Erich, 29.08.2007 um 21:27:26 Uhr » antworten
 
Mit Verlaub Sie sind ein Arschloch!!^^

von:
  Greg Parker/Ludwigshafen, 10.04.2008 um 15:36:03 Uhr » antworten
 
I would like to thank you all for this explanation (without so much as a by your leave)

von:
  Torsten Grede / Berlin, 28.02.2009 um 13:18:38 Uhr » antworten
 
Hallo, ist es heutzutage aus der Mode sich bei der Begrüßung oder Verabschiedung, im geschäftichen Rahmen in Deutschland, zu verbeugen? Oder ist es noch zeitgemäß? Kann einem das "krumm" genommen werden? Ich mach das nämlich immer noch (Geburt 1973). Besten Dank

von:
  , 13.04.2009 um 17:38:55 Uhr » antworten
 
hallo, ich halte das Verbeugen im geschäftlichen oder privaten Kontext noch immer für zeitgemäß. auch ich "krümme" mich gelegentlich, dies aber nicht pauschal sondern in Abhängigkeit vom kulturellen Kontext. denn dieser entscheidet über die bedeutung dieser geste... grüße aus münster

von:
  Günter S., 12.11.2009 um 17:03:40 Uhr » antworten
 
Das "mit Verlaub" sollte öfter, aber nicht inflationär angewandt werden. Seit Joschka Fischer`s Rede ist es jedem geläufig geworden, auch die, die in der Schule nicht aufmerksam waren. Gut, dass man es nicht auf Platt sagen kann.




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Frage von Reiner:

Gibt es auch Flatrates für das Ausland? Und im Mobilfunk?

Antwort von Metagrid:
Ja, schau doch mal bei O2. Unbegrenzt telefonieren über alle Grenzen ist da kein Problem!




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